Stoppt den Landschaftsfraß
Rettet die Landschaftsschutzgebiete: Brechtener Niederung – Wethmarheide Ost – Welschenkamp – Mühlenbachtal

Sprecher: Oliver Danne

Im Hasener 15
44 532 Lünen
Tel: 0 23 06 / 3 60 66







02.04.2003



Presseerklärung der Bürgerinitiative „Stoppt den Landschaftsfrass“

(Hinweis : Die Zahlen in den Klammern beziehen sich auf die Seitenzahlen des Gutachtens).


Die Bürgerinitiative befürchtet, dass der Bürgerentscheid umgangen werden soll und sieht die Gefahr eines politischen Skandals durch einen eigenmächtigen Vorstoß des Bürgermeisters in Arnsberg. Der Bürgerinitiative liegt nun das Gutachten der Firma Planquadrat vor, aus dem nach dem Willen des Fraktionsvorsitzenden der CDU, Friedhelm Schroeter bisher nicht zitiert werden durfte. Auch Herr Schroeter wird jedoch nunmehr zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Presse und hiernach auch die Bürgerinitiative die Aussagen des Gutachters stets zutreffend zitiert haben. So kann jetzt jeder Politiker auf 169 Seiten eine fundierte wissenschaftliche Darstellung nachlesen, in der überzeugend dargelegt wird, dass für Lünen in den nächsten 15 Jahre allenfalls ein zusätzlicher Wirtschaftsflächenbedarf von 21 Hektar begründbar ist (151) und dies auch nur dann, wenn so getan wird, als seien 45 Hektar (!) des derzeitigen Bestandes an freien Wirtschaftsflächen (156) nicht vorhanden. Bemerkenswert ist dabei, dass der Gutachter der Firma Planquadrat unter der Bezeichnung „Brechtener Niederung“ auch das Landschaftsschutzgebiet „Wethmarheide-Ost“ untersucht hat. Er kommt dabei zu dem Ergebnis, dass dieses Gebiet ein unverzichtbarer Bestandteil des Freiraumsystemes der Region ist und von einer Überplanung mit Gewerbe unbedingt Abstand genommen werden muß. Dabei weist der Gutachter auch darauf hin, dass die Zerstörung des Schutzgebietes wichtige Standortnachteile für die wirtschaftliche (!) Situation Lünens mit sich bringen würde (167), weil so eine Modernisierung der Wirtschaft Lünens verhindert werde. Hingegen sieht der Gutachter die Fläche im Bereich Achenbach-West/Groppenbruch als grundsätzlich geeignet für eine wirtschaftliche Entwicklung an, wobei eine Teilfläche von 30 Hektar ohne Einschränkung für eine gemeinsame und konfliktfreie (168) Entwicklung mit Dortmund zur Verfügung stehe. Diese Fläche könnte ohne wesentliche Restriktionen nochmals um 15 Hektar erweitert werden, so dass damit weit über die nächsten 15 Jahre hinaus genügend Reservefläche vorhanden sind. Insgesamt bezeichnet der Gutachter die Flächensituation in Lünen als „entspannt“ und begründet dies damit, dass schon die derzeitige Darstellung im Flächennutzungsplan den voraussichtlichen Bedarf der Wirtschaft deutlich übertrifft (168). Damit wird all den Politikern eine klare Absage erteilt, die jetzt immer noch hinter den Kulissen versuchen, die Fläche Wethmarheide-Ost als Gewerbefläche darstellen zu lassen. Hier scheint sich jedoch in Lünen ein politischer Skandal anzubahnen, denn nach unseren neuesten Informationen hat Bürgermeister Wilhelm Stodollick am Rat der Stadt Lünen und am Bürgerentscheid vorbei den Versuch unternommen, die Fläche Werthmarheide-Ost in Arnsberg wieder in das Gespräch zu bringen. Es findet sich dort nämlich in der synopsenartigen Darstellung plötzlich der Hinweis, dass alternativ zu der Fläche Groppenbruch auch die Wethmarheide-Ost als Gewerbefläche in Betracht kommt. Außerdem fällt auf, das bis jetzt (2 Tage vor dem Ratsbeschluss) noch keine Verwaltungsvorlage vorliegt , so dass derzeit kein Bürger in Lünen weiß, welchen Vorschlag die Verwaltung dem Rat für die Stellungnahme Lünens zum Gebietsentwicklungsplan unterbreiten wird. Schon dies ist äußerst merkwürdig und weckt die Befürchtung, dass im Rahmen eines Überraschungsvorstoßes plötzlich Wethmarheide-Ost bei der Ratssitzung am 03.04.03 wieder in das Gespräch gebracht wird. Dabei steht auch zu befürchten, dass der Bürgermeister gemeinsam mit Herrn Sponholz von der Wirtschaftsförderung innerhalb der politischen Parteien für ihre Position geworben hat. Wir betrachten diese Entwicklung mit großer Sorge und fürchten, dass der Bürgermeister der politischen Kultur in Lünen einen großen Schaden zufügen wird. Wenn jetzt gegen eine große Mehrheit der Lüner Bevölkerung durch die Hintertür und im Rahmen eines Überraschungsvorstoßes der Versuch unternommen wird, den Bürgerentscheid zu umgehen, wird es eine Vertrauenskrise der Politik geben, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellt. Wir vertrauen jedoch jetzt noch darauf, dass die vielen Politiker, die sich klar gegen Wethmarheide-Ost geäußert haben, zu ihrem Wort stehen und sich der Bürgermeister mit seiner Haltung nicht durchsetzt, wobei es ihm auch nicht gelingen darf, durch eine schwammige Formulierung Wethmarheide-Ost weiter zu bedrohen, ohne dieses Schutzgebiet ausdrücklich beim Namen zu nennen.

(Oliver Danne, Sprecher der BI ‚Stoppt den Landschaftsfraß)